Hartmut König ist erneut Bürgermeister in Boostedt

In der Gemeinderatssitzung am 19. Juni 2023 wurde Hartmut König mit 12 Stimmen wieder zum Bürgermeister gwählt. Der Gegenkandidat Wolfgang Brückner erhielt 6 Stimmen. Ein Mitglied der SPD war in der Sitzung nicht anwesend.

 

Bericht im Hosteinischen Courier Mittwoch 21. Juni 2023
Alexandra Bury

SPD als „Königsmacherin“
Holpriger Start: Hartmut König (CDU) zum Boostedter Bürgermeister wiedergewählt

Eine spannende Bürgermeisterwahl und ein umstrittener Stellvertreter: Die Boostedter Gemeindevertretersitzung konstituierte sich mit einigem Ruckeln. Eindeutig war die Wiederwahl von Hartmut König (CDU) zum Boostedter Bürgermeister. Er konnte mit zwölf Stimmen die Mehrheit der Gemeinderatsmitglieder hinter sich vereinigen und setzte sich damit gegen seinen Konkurrenten Wolfgang Brückner (UWB) durch. Es gab großen Applaus aus dem Publikum.
Die UWB als neue zweitstärkste Kraft im Gemeinderat mit sechs Sitzen hatte Wolfgang Brückner ins Rennen geschickt, der sechs Stimmen erhielt. Die SPD fungierte als „Königsmacherin“, denn ohne ihre Stimmen hätte Hartmut König nicht die Mehrheit bekommen. Die Bürgermeisterwahl stieß auf großes Interesse der Bürger: Über 110 Zuschauer ließen den Hof Lübbe aus allen Nähten platzen. Das dürfte nicht zuletzt an der Personalie Brückner gelegen haben, die nicht unumstritten ist.

Nur acht Stimmen für Brückner

Wolfgang Brückner hat die CDU-Fraktion im April 2021 verlassen und saß fraktionslos im Gemeinderat. Vor der Kommunalwahl gab er seine Kandidatur für die UWB bekannt und bekam als einziger neben den neun CDU-Kandidaten ein Direktmandat. Deutlich wurde das angespannte Verhältnis seiner ehemaligen Fraktionskollegen bei der Wahl zum ersten stellvertretenden Bürgermeister: Nachdem UWB-Sprecherin Bianka Mathiak-Fürstenwerth Wolfgang Brückner für den Posten vorgeschlagen hatte, schlug die CDU-Vorsitzende Kathrin Sawade ihrerseits Bianka Mathiak-Fürstenwerth vor. Als Begründung führte Kathrin Sawade rechtswidriges Verhalten Brückners an: „Wir sehen uns nicht in der Lage, Wolfgang Brückner zu unterstützen, weil er nicht nur UWB-Mitglied ist, sondern zudem Mitglied in der CDU Neumünster. Das ist satzungswidrig.“ Weil Bianka Mathiak-Füstenwerth ankündigte, den Posten nicht anzunehmen, gaben von den 18 Mitgliedern des Gemeinderats (Gesa Bierstedt von der SPD fehlte) acht ihre Stimme pro Brückner ab und zehn enthielten sich. Die Wahl zum Verwaltungschef und dessen ersten Stellvertreter wurden auf Antrag geheim per Zettel abgehalten.
Hingegen offen und einstimmig per Handzeichen wurde Birgit Vonderschmitt (SPD) zur zweiten stellvertretenden Bürgermeisterin gewählt. Als Fraktionsvorsitzender der SPD wurde Jan Ole Notzeblum bestätigt.
Die Sitzung wurde bis zur Bürgermeisterwahl von Gernot Haase (CDU) als dem dienstältesten Gemeinderatsmitglied geleitet. Wolfgang Brückner, der ebenso wie sein Ex-Fraktionskollege seit 20 Jahren im Gemeinderat tätig ist, verzichtete auf die Leitung.