Die Bundeswehr will zurück nach Boostedt
Das Bundesverteidigungsministerium hat am Donnerstag acht ehemalige Kasernen benannt, die wieder militärisch genutzt werden sollen. Eine davon ist die Rantzau-Kaserne in Boostedt. Die Bundeswehr braucht die Standorte für ihren Aufwuchs, vor allem für die Ausbildung im neuen Wehrdienst, und Boostedt bringt dafür nach Einschätzung des Ministeriums die passende Lage und Infrastruktur mit. Eine endgültige Entscheidung ist das noch nicht, zunächst will der Bund mit allen Beteiligten sprechen.
Die Auswahl kommt nicht aus dem Nichts. Schon im Oktober 2025 hatte das Ministerium gestoppt, dass ehemalige Militärflächen weiter in zivile Nutzung überführt werden, und rund 200 Liegenschaften auf ihre militärische Eignung prüfen lassen. Jetzt steht die erste Gruppe fest, neben Boostedt unter anderem Standorte in Cuxhaven, Speyer und Friedberg. Dass unsere Kaserne gleich in dieser ersten Auswahl auftaucht, spricht für den Standort.
Gute Nachrichten für den Ort
Wir als CDU Boostedt begrüßen diese Pläne ausdrücklich. Boostedt war jahrzehntelang Garnisonsgemeinde, viele im Ort verbinden mit der Kaserne eigene Erinnerungen, sei es aus der eigenen Dienstzeit oder aus der Nachbarschaft mit den Soldaten. Kehrt die Bundeswehr zurück, entstehen Arbeitsplätze im Ort, und Geschäfte wie Gastronomie gewinnen Kaufkraft. Wenn Soldatinnen und Soldaten mit ihren Familien nach Boostedt ziehen, hilft das auch unseren Vereinen, der Feuerwehr und dem Gemeindeleben insgesamt.
Was aus den heutigen Einrichtungen wird
Auf dem Gelände sind heute die Landesunterkunft für Geflüchtete, die Justizvollzugsschule des Landes und das Katastrophenschutzlager untergebracht. In der Landesunterkunft leben derzeit im Schnitt rund 580 Menschen, dazu arbeiten dort über 120 Beschäftigte des Landesamtes für Zuwanderung und Flüchtlinge. Die Erstaufnahmeeinrichtung wird zum 1. Januar 2027 in den Ruhemodus versetzt, die Mietverträge für das Gelände laufen bis November 2028. Für die verbleibenden Einrichtungen müssen Bund und Land tragfähige Lösungen finden. Das Land hat angekündigt, sein Standortkonzept anzupassen und mit der Bundeswehr zu klären, was am Standort bleiben kann.
Wie es weitergeht
Wir wollen uns von Anfang an in die Planungen einbringen. In den kommenden Wochen erarbeiten wir in der CDU Boostedt Ideen, wie unsere Gemeinde möglichst viel aus der Rückkehr der Bundeswehr macht. Dabei geht es um Wohnraum für Soldatinnen und Soldaten, um Verkehr, um Kita- und Schulplätze und um die Infrastruktur im Ort. Diese Vorschläge bringen wir dann in die Gemeindevertretung und ihre Ausschüsse ein. Für Boostedt ist das eine große Chance, wenn die Gemeinde früh einbezogen wird. Daran arbeiten wir.